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Fidelio Ga

12.24


FIDELIO GA.
  • 6 Bewertungen: 4.5




Fidelio (Ga)

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12.24

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Besser geht es doch !
Bernstein und Beethoven, eine wunderbare Kombination. Bernstein hatte genau die Haltung, die zu Beethoven passt,

Pathos und musikalische Leidenschaft. Die dramatischen Teile gelingen ihm vorzüglich. Die dramatische Scene, "Er sterbe" kann nur Furtwängler gleich überzeugend gestaltet,vielleicht noch Friscay, in seiner live-Aufnahme. Harnoncourt nicht, Solti nicht und Klemperer auch nicht. Sie alle machen die Scene nicht so dramatisch, wie sie unbedingt klingen muss.

Aber Bernstein.

Leider hat er nicht die Sänger, die man dafür braucht. Hätte er doch die Mödl gehabt oder auch die Ludwig, von mir aus, auch die Behrens oder einen Peter Anders oder einen Wolfgang Windgassen.

Diese Sänger hatte er nicht. Leider.

Deswegen kann mir bei dieser Aufnahme nur das Dirigat total gefallen.

Da es Oper ist, die adäquate Sänger/Innen braucht, ist es leider keine Referenzaufnahme.
 
  Unwiderstehlich...
Dieser Fidelio zählt für mich zu den schönsten Operneinspielungen von Beethovens Oper. Nicht nur die Sänger von Weltrang, sondern auch das brilliante Dirigat von Leonard Bertsein machen diese Aufnahme zur absoluten Referenzeinspielung des Werkes. Gundula Janowitz gibt eine hervorragende Leonore ab. Ihre Stimme ist strahlend in der Höhe und mit guter Technik singt sie ihre Rolle absolut mühelos. In ihrer großen Arie "Abscheulicher, wo eilst du hin" kann sie alles Vorzüge ihrer traumhaften Stimme präsentieren. Des weiteren hören wir Lucia Popp als Marzelline. Sie singt die Rolle ganz leicht und jugendlich, so wie es vorgesehen ist. Ihre Darstellung ist grandios. Absolut mühelos bezwingt sie ihre Partie und stellt den Charakter wunderbar da. René Kollo ist als Florestan zwar nicht so überwältigend wie in seinen Wagnerpartien, vermag mich allerdings dennoch zu überzeugen. Er hat eine sehr schöne Stimme, der allerdings stellenweise schon die Spuren des Alters anzumerken sind. Weitere Stars, wie Dietrich Fischer-Dieskau oder Hans Sotin machen diese Aufnahme zur absoluten Referenz. Chor und Philharmonie der Wiener Staatsoper sind unter der Leitung von Leonard Bernstein grandios. Kaufen!!!
 
Kollo besser als erwartet; störende "Leonore III"
Den anderen Rezensenten ist in ihrer positiven Bewertung von Bernsteins "Fidelio" unbedingt zuzustimmen. Zwei Punkte möchte ich jedoch nicht unkommentiert lassen:

(1) Über Kollo kann man geteilter Meinung sein, doch halte ich seine Leistung im vorliegenden Fall für ausgezeichnet. Er zeigt in den Dialogen überdurchschnittlichen dramatischen Einsatz, und man sollte ihm auch nicht zum Vorwurf machen, dass er versucht seine Arie zu "singen" und nicht zu "schreien" (wie das leider zu oft geschieht). Er passt in dieser Hinsicht auch hervorragend zur eher lyrischen Interpretation der Leonore durch Gundula Janowitz.

(2) Die vorliegende Aufnahme liegt gesanglich auf Klemperer-Niveau und aufnahmetechnisch sowie dramatisch deutlich darüber. Sie als alleinige Referenzaufnahme zu empfehlen, halte ich dennoch für problematisch und zwar aus zwei Gründen: Bernsteins Dirigat ist zu eigenwillig und die unselige (auf Mahler zurückgehende) Einfügung der Ouvertüre 'Leonore III' vor der Schlusssequenz ist ein dramaturgisches Unding.
 
  Schwacher Kollo in sonst brillantem Ensemble
Gundula Janowitz ist eine herrliche Leonore, die auch sehr gut die lyrischen Teile der Partie herüberbringt und an darstellerischer Leistung nur von wenigen erreicht (Martha Mödl, Leonie Rysanek, Christa Ludwig seien hier genannt) wird. Auch die restliche Besetzung geht in Ordnung, wenngleich Hans Sotin als Pizarro eher schön und fehlerlos als dämonisch wirkt. Schwachpunkt der Aufnahme ist eindeutig René Kollos farbloser Florestan, der vollkommen unbeteiligt wirkt und mit Kraft und Schöngesang versucht, seine interpretatorischen Schwächen zu überdecken
 
Dramatik pur
Leonard Bernstein macht aus Beethovens humanitärer Kantate eine echte Oper der großen Gefühle. Die Philharmoniker spielen hinreißend, die Chöre sind erstklassig, und die Sänger wachsen über sich hinaus:

Zu allererst Gundula Janowitz in der Titelrolle, die die Verzweiflung der liebenden Gattin in jeder Szene spürbar werden läßt bis zur Hysterie - eine an Dramatik nicht zu übertreffende Darstellung, die für mich noch über der etwas kontrollierter wirkenden Christa Ludwig und der entzückenden Sena Jurinac rangiert.

Rene Kollo, an sich alles andere als mein Lieblingssänger, zeigt ebenfalls eine nuancenreiche, kraftvolle, spannende und - bei ihm selten - unkitschige Darstellung, wenn er auch am Ende seiner Arie und im Duett "Oh namenlose Freude" an gesangstechnische Grenzen stößt.

Hans Sotin ist vielleicht der Pizarro mit der schönsten Stimme der Aufnahmegeschichte, allerdings nicht so dramatisch wie etwa Wlaschiha oder (überraschend) Fischer-Dieskau.

Lucia Popp ist eine wunderbare Marzelline, Alfred Dallapozza endlich einmal ein ernstzunehmender Jaquino, Dietrich Fischer-Dieskau ein würdiger Minister.

Lediglich die etwas knödelnde Stimme von Manfred Jungwirth als Rocco erreicht nicht ganz das übrige Niveau, fällt im Gesamtbild aber nicht weiter ins Gewicht.

Diese Aufnahme ist für mich die - bessere - Alternative zur vielgerühmten Klemperer-Aufnahme: Dramatischer, technisch besser, weil erheblich neuer, und sängerisch mindestens gleichwertig.