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Elmer

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Elmer DV.
  • 1 Bewertungen: 3.0




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Vorsicht, gekürzt! - Turbulent-bizarrer Horror aus den 80ern
Das Wichtigste zuerst: diese ab 16 freigegebene Version von ELMER ist nicht ganz vollständig, es fehlt der sogenannte "Elmer Blowjob". Dieser Schnitt ist kaum nachvollziehbar, weil diese Sequenz eher auf Humor denn auf Splatter setzt, aber wer seine Horror-Kost ungekürzt mag (und warum sollte man sie anders mögen?), der sollte hiermit gewarnt sein. Der Rest des Films ist vollständig, das Bild ist anamorphes 1,85, Ton ist Deutsch und Englisch 2.0 Mono, als Extras gibt es Trailer und eine Bildergalerie. Die zwei Sterne Abzug gibt's wegen der Verstümmelung, der Film selbst hat alle verdient.

Zum Film selbst: Der Originaltitel von ELMER bringt es deutlicher auf den Punkt - hier geht es um BRAIN DAMAGE, einen Gehirnschaden, jedoch keinesfalls den seiner Erfinder, denn ELMER ist eine überraschend intelligente, metaphorische, dabei auch komplett überdrehte Groteske vom Regisseur des Kult-Horrors "Basket Case", welcher ebenfalls von einer gestörten Paar-Beziehung handelte. Eben jene Beziehung hat in ELMER der von Rick Herbst gespielte, junge Brian (in dessen Namen schon das "Brain" steckt, wer es noch nicht entdeckt hat) zu einer wurmähnlichen Schleim-Kreatur - eben dem Elmer - die sich in seinem Apartment eingenistet hat und ihn per Stachelstich ins Genick mit einer Flüssigkeit versorgt, durch die der frustrierte Brian die Welt in den schönsten Farben sieht. Bald schon verfällt er dem Elmer, schottet sich immer mehr von seiner Umwelt ab und gibt sich seiner Sucht hin. Doch der Elmer will auch eine Gegenleistung. Auf seinem Speiseplan stehen nämlich Gehirne, und die muss Brian ihm besorgen...
Schon die kurze Inhaltsangabe macht deutlich, worum es Frank Henenlotter geht. Der Elmer ist nichts anderes als ein Drogendealer, der mit allen Tricks arbeitet. Er verlockt, verspricht, verführt, singt absurde Songs im Waschbecken, er bietet kurzes Glück, um dann brutal zu erpressen. Wer hier allzu dick aufgetragene Metaphorik wittert, der könnte recht haben, doch gelingt es Henenlotter fantastisch, seine Botschaft unter so viel skurrilem Humor, originellen Einfällen und ausgefallener Inszenierung geschickt zu tarnen, dass man die Bezüge klar erkennt, sich aber trotzdem herrlich unterhält. Gleichzeitig entwirft er ein beängstigendes Bild (auch hier eine Parallele zu "Basket Case") vom dreckigen New York mit allen Hinterhöfen, Mülltonnen, schäbigen Hotelzimmern und verirrten Seelen, die er nur finden kann. Eine Welt ohne Mitleid, ohne Platz für Brian. Ebenfalls sehenswert ist ELMER wegen der vollen 80er-Dröhnung. Hübsch hausgemachte Spezialeffekte und Neon-Licht-Shows, toupierte Haare, Schulterpolster, Army-Fashion und dazu eine herrliche Hommage an den Vorgänger "Basket Case", wenn Brian in der U-Bahn sitzt und feststellt, dass er nicht der einzige New Yorker mit Dachschaden und merkwürdiger Begleitung ist. Die Splattereinlagen sind heftig, aber allesamt einfallsreich und mit Ironie an- bzw. hingerichtet. Die Sequenz, in der Brian sich in einer Halluzination am Ohr pult und es schließlich vollständig abreißt, dürfte jeden noch so hartgesottenen Zuschauer das Grausen lehren und ist zugleich auf bizarre Art komisch. Man könnte ELMER als frühen Cronenberg auf LSD bezeichnen. Ich kann ihn jedem empfehlen, der Lust am abgefahrenen Schreckens-Kino hat und darf sagen, dass ich ELMER seit den 80ern mit mehreren Menschen gemeinsam gesehen habe, die sich absolut nichts aus Horror, und schon gar nichts aus blutigen Splatterfilmen machen, und doch hat er (naja, fast) alle begeistert. Ein Geheimtipp!